Don’t read my diary when I’m gone. OK, I’m going to work now. When you wake up this morning, please read my diary. Look through my things, and figure me out. (Kurt Cobain: Journals)
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Neue Rubik – wieder für genau 1 Jahr:
69 oder: Einerseits. Andererseits.
Einerseits ist heute nicht spürbar besser als gestern. Andererseits bin ich froh, dass ich überhaupt was merke.
KurtsWellen
Lieblingsblumen von Alice Weidel: Nazissen.
90 Prozent aller neuen chinesischen Städte werden auf dem Reisbrett entworfen.
Fähnchenträger
mit kleinem fähnchen am revers
gefällt sich mancher mann gar sehr
wohin man schaut auf dieser welt
trägt fähnchen wer sich für wichtig hält
seht drüben in dem weißen haus
weiß man vor flaggs nicht ein noch aus
und auch bei uns trägt mann die fahne
zum feinen zwirn die reinste sahne
von schwarzrotgold bis tricolore
fürs vaterland voller amore
fern die zeit da patrioten
gereimt wurden auf idioten
heut zeigt mann halt wofür mann steht
wenn ihm das argument ausgeht
politiker wird fahnenstange
und dem dichterherz wird bange
von sonne beglänzt
perlt es silbern vom himmel
augenblicksregen
hört ein schrei weit weg
müssen können wollen wir
nur ein schrei weit weg
quakende frösche
halten in warmen nächten
die laichenpredigt
RolfenGolfenWolfen
rolf der wolf
golft gerne golf
neulich traf beim golf
der rolf den rolf
der aber war kein wolf
da taten sie sich zusammengolfen
das hat geholfen
jetzt tun sie zusammen golfen
zusammen wolfen
zusammen rolfen
der rolf golft sich dabei nen wolf
der wolf golft sich dabei nen rolf
rolf golft wolf
wolf golft rolf
golf wolft und rolft
und das alles an loch 18
Über das Fensterputzen
die nachbarin
die ihr fenster putzt
tut dies
wohlweislich
nur von innen
wohl wissend
dass von außen
ihr sowieso
ein vogel
an die scheibe scheißt
Kopfhengst – Wunderlichkeiten aus Blödland. Akte 4.
Kein Aprilscherz: Kopfhengst züchtet jetzt neue Wesen im Weckglas. Er nennt das Ding „Einweckwesen“.
Ob es nun west oder verwest, ist Kopfhengst nicht ganz klar. Und auch völlig egal. Solche Fragen stellt man anderswo, aber nicht in Blödland. In Blödland ist man neugierig aufs Neue, forscht und experimentiert, züchtet und kreiert. Und so sieht es dann aus, in Blödland. Und das Tollste ist: Alle haben Spaß.
Apropos Spaß:
Heute gibt Kopfhengst ein Konzert in der „Erholung“. Das macht er einmal im Monat. Dabei begleitet er sich selbst auf der Gitarre. Am Ende jedes Konzerts schreit Wirtin „Polonäääääääääääse!“, und dann gibt es eine Polonäse, die mit dem ursprünglichen polnischen Tanz (Weltkulturerbe!) so viel zu tun hat wie ein Gänsemarsch mit Wiener Walzer. Allen voran natürlich Kopfhengst mit seiner Gitarre. Das hat er abgeschaut von einem Stimmungsmusiker aus Norddeutschland. Um dann aber noch einen drauf zu setzen: Am Ende knallt Kopfhengst nämlich die Gitarre so lange auf die Theke, bis sie, die Gitarre, in Trümmern liegt. (Das hat er abgeschaut von einem Rockgitarristen aus England.) Zuhause hat Kopfhengst ein ganzes Gitarrenlager, das sich immer wieder von selbst auffüllt. Wie und warum, weiß niemand. Wirtin bezahlt Kopfhengst für seine Konzerte mit Extra-Eierlikörsuppe für zum Mitnehmen. Wirtin nennt das Eierlikörsuppe-Togo. Ein Konzert pro Monat macht einen Monat lang Eierlikörsuppe-Togo aus der „Erholung“. Kopfhengst füttert mit der Eierlikörsuppe-Togo ausschließlich schwarze Katzen, wenn sie von links kommen. Es gibt nicht mehr viele schwarze Katzen in Blödland, die von links kommen. Wenn keine mehr von links kommen, denkt Kopfhengst, füttere ich die, die von rechts kommen. Oder von vorne. Oder von hinten. Für seine Konzerte hat Kopfhengst ein abwechslungsreiches Liedgut, das er zum Vortrage bringt: Volkslieder aus Westblödland, tanzbare Ländler und Landserballaden aus Südblödland, Shanties aus Nordblödland und aus Ostblödland Märsche und Soldatenlieder. Alles sehr, sehr lustig, und wie Wirtin gern sagt, „aussem Volk fürs Volk“. Als Zugabe gibt es meist etwas Neues zu hören. Heute Abend sein neues Lieblingslied „Messermann“:
Ich bin der Messermann
Aus Muselmanien
Ich metzle Menschen
von Schweden bis nach Spanien
Ich stech in Hälse, in Brüste und in Bäuche
und so zum Spaß auch mal in Fahrradschläuche
Ich bin der Messermann
Aus Muselmanien
Ich sammle Leichen
Wie andere Kastanien
Aus den Moscheen strömen meine Horden
Denn nach dem Beten geht’s an Morden
Ich bin der Messermann
Aus Muselmanien
Mit eurem Blut
Gieß ich meine Geranien
Ich lese täglich ein paar Suren im Koran
Und bin besonders gern aktiv im Ramadan
Ich bin der Messermann
Aus Muselmanien
Mit meinen Brüdern
Erober ich Germanien
Ganz Deutschland fleht ach bitte lass es sein
Allahu Akbar Freunde der Sieg ist mein
Und das kommt an wie nichts Gutes. Schon nach der zweiten Strophe singen alle die ersten beiden Zeilen mit: „Ich bin der Messermann aus Muselmanien“. Dann muss Kopfhengst noch mal singen. „Zugabe! Zugabe!“ schreien sie. Bei der zweiten Zugabe schreit die Wirtin „Polonäääääääääääse!“, alle springen auf und los geht’s, Kopfhengst mit Gitarre voran, um Tische und Stühle herum durch die ganze „Erholung“. Schließlich reißt Wirtin die Eingangstür auf, und raus geht es auf die Straße. Am nächsten Tag singt ganz Blödland „Ich in der Messermann…“.
Kopfhengst geht seitdem nur noch selten raus, hält oft tagelang seine Türen und Fenster geschlossen. Die Eierlikörsuppe lässt er sich aus der „Erholung“ kommen. „Eierlikörsuppe-Coming-Home“ nennt er das. „Und wann kommst du wieder home in die „Erholung“? fragt ihn Wirtin via Zwitter. „Nächsten Monat,“ schreibt Kopfhengst zurück. Und denkt: „Diese Blödländer sind wirklich un-glaub-lich blöd.“