Willkommen Bienvenue Welcome
 
Don’t read my diary when I’m gone. OK, I’m going to work now. When you wake up this morning, please read my diary. Look through my things, and figure me out.  (Kurt Cobain: Journals)
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Neu! Jetzt und hier und nur für lange Zeit: die unglaublichen, aber wahren Abenteuer der Fabelhaften Fünf als PDFs!

Die Kleinen Mönche Episode 1- Tempel auf dem Dach.

Die Kleinen Mönche. Episode 2- Der Kampf ums Bachwäldchen.

 

Die Kleinen Mönche. Episode 3- Landung in der Normandie.

Und hier noch ein paar Geständnisse:

Meine Frau kann – rückwärts! – einparken.

Meine Frau fährt immer im ersten Gang.

 

 

Mein aktuelle Lieblingszitat:

Es sei daran erinnert: Wenn König Ubu von Freiheit spricht, meint er Fettleibigkeit, Blähungen, Gewalt und Gier. Wenn Ubu von Demokratie spricht, meint er Diktatur. Wenn Ubu von Freiheit spricht, meint er Angst und Zerstörung.

(Alfred Jarry, König Ubu)

 

 

 

weißer sonntag ist
cristenkinder essen gott
erstes frommes mahl

 

erde ruiniert
von gier von hass von dummheit
jetzt ist der mond dran

 

irrer alter mann
macht böse irre dinge
mit unserer welt

 

 

 

 

Die Kapitolinischen Gänse (historisches Gedicht)

die kapitolinischen gänse
hatten extrem lange hänse
so konnten sie schauern
weit über die mauern
von rom

und als sie so schauten
und kaugummi kauten
kam sich zu raufen
der feind angelaufen
nach rom

doch die gänse sie wachten
sie warnten und machten
ziemlich viel lärm
das ging dem feind aufs gedärm
vor rom

die stadt war gerettet
der feind war geplättet
das herz wurd ihm schwer
denn kein weg führt ihn mehr
nach rom

und so recken noch heute weltweit die gänse
ihre extrem langen hänse
und so können sie schauern
weit über die mauern
gen rom

 

 

KurtsWellen.

Neues TV-Format am Start! > Die als „Polit-Walk“ ausgelobte Sendung mit dem Titel „Internationales Frühshoppen“ zeigt immer vier Journalistinnen / Journalisten aus fünf Ländern, wie sie sehr früh am Morgen im Bahnhofsviertel einer deutschen Großstadt versuchen einzukaufen und dabei eine Stadtbilddiskussion zu führen.

 

 

Der Dunst.

Sie liest auf ihrem Smartphone zum sie weiß nicht wievielten Mal die Zusammenfassung der Antworten von KIs zum Thema „Elektromagnetische Strahlung bei Smartphones“:

… physikalisches Phänomen, das sich durch Wellen aus elektrischen und magnetischen Feldern ausbreitet. (…) Smartphones verwenden hochfrequente elektromagnetische Felder zur Kommunikation, wodurch Energie vom Körpergewebe aufgenommen und in Wärme umgewandelt wird. (…) Smartphones müssen gesetzliche Grenzwerte einhalten, die von Gesundheitsbehörden festgelegt sind. (…) … konnten wissenschaftliche Studien bisher keine eindeutigen Belege für gesundheitliche Schäden unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte finden. (…) Dennoch empfehlen viele Experten, die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten, (…) da Langzeitwirkungen noch nicht vollständig ausgeschlossen sind.

„Keine eindeutigen Belege für gesundheitliche Schäden unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.2 Sie hebt ihren Kopf vom Smartphone und drückt den „Aus“-Knopf an dessen Seite. Wie hoch die gesetzlichen Grenzwerte wohl sind? Ihr Nacken schmerzt. Schon seit Tagen. Der Schmerz kommt von oben, aus ihrem Kopf. Sie hat gerade wieder das Gefühl, ihr Gehirn explodiere gleich. „Da Langzeitwirkungen noch nicht vollständig ausgeschlossen sind.“ Sie geht zum Fenster, das Smartphone in der Hand. Schaut hinaus. Abenddämmerung. Die Straße öde und leer. Bis auf drei männliche Jugendliche, die zusammenstehen, jeder ein Smartphone auf der Hand. Jetzt klatschen sie sich ab und trennen sich. Plötzlich taumelt einer von ihnen. Ruft etwas, fällt, rappelt sich wieder auf, krabbelt seinem Smartphone hinterher, das ihm aus der Hand gefallen ist. Als er es zu fassen bekommt, will er sich aufrichten, bricht stattdessen völlig zusammen, liegt bäuchlings auf dem Bürgersteig, regungslos. Die beiden anderen rennen davon.
– Schon wieder einer, denkt sie, davon habe allein ich schon Hunderte gesehen.
Und die Medien sprechen von Tausenden. Im Land, in Europa, weltweit. Immer öfter taucht der Begriff „Dunst“ auf. Immer öfter warnen sie vor diesem Dunst. Und die Toten werden immer mehr.
– Dunst, denkt sie, was für ein Dunst? Wo soll der herkommen?
Sie stellt die Augen von weit auf nah, sieht jetzt ihr Spiegelbild in der Fensterscheibe.
– Mädel, du siehst nicht gut aus, denkt sie.
Dann beschlägt die Scheibe. Von außen. Sie rutscht an Scheibe und Wand entlang zu Boden. Bleibt liegen. Ihr Smartphone schimmert leicht und wirft ein fahles Licht auf ihr bleiches, regungsloses Gesicht. Ihre Augen stehen weit offen. Blaulicht spiegelt sich von der Straße aus in ihnen.

 

 

 

 

Die wunderbaren 70: Erkenntisse, mit denen ich so nicht gerechnet habe.

Erkenntnis 28:
Ich lebe in einem Land, in dem immer mehr reiche Menschen arme Menschen regieren.

Erkenntnis 29:
Ich lebe in einem Land, in dem die Kinder zuwinken und die Eltern abwinken.

Erkenntnis 30:
Ich lebe in einem Land, in dem gute neue Ideen abgelehnt werden unter Berufung auf Gesetze oder Regeln, die erfunden wurden in einer Zeit, als man von den guten neuen Ideen noch nichts ahnte.

Erkenntnis 31:
Das deutsche Abitur ist eine staatlich geförderte Berechtigung für junge Menschen, das Niveau unserer Universitäten zu senken.

Erkenntnis 32:
Junge Menschen mit deutschem Abitur sind immer öfter ihre Endgeräte anstarrende und streichelnde Digital-Zombies mit starken Narzissmus-Symptomen und berstendem Selbstbwusstsein, die sich auf ein BWL-Studium an einer Privatuniversität im Ausland freuen und schon mal ein Depot bei einer Bank eingerichtet haben, um später aus dem vielen Geld, das sie zu verdienen gedenken, noch mehr Geld zu machen.

Erkenntnis 33:
Der ESC ist ein wertvoller Teil der europäischen Hochkultur. (Schärrrz!)

 

 

 

 

Kopfhengst – Wunderlichkeiten aus Blödland.

Für alle aufrichtigen, schmerz- und angstfreien Fans unseres wunderlichen Helden gibt es die komplette,  regelmäßig aktualisierte und unzensierte, teilweise kommentierte und ggf. mit wissenschaftlichen Anmerkungen versehene Gesamtausgabe hier:

Kopfhengst – Wunderlichkeiten aus Blödland

 

Akte 18.

Kopfhengst wird heute einmal gründlich nachdenken. Weil, gestern war er beim Arz – Kopfhengst sagt, wie alle in Blödland, Arz statt Arzt. Der hat bei Kopfhengst „WTF im Endstadion“ diagnostiziert und ihm eine Palette Ratio-Arm Reflexionstabletten verschrieben. „Zahlt alles die Kasse“, hat er noch beruhigend hinzugefügt. Heute Morgen hat Kopfhengst die erste Ladung eingeworfen, wie vorgeschrieben auf nüchternen Magen, und das Ganze, wie vorgeschrieben, mit einer Flasche Grand Cru hinuntergespült. Joaaah, denkt Kopfhengst, Hauptsache, es knallt. Und dann beginnt Kopfhengst, gründlich nachzudenken. Er nennt das „Philosophisches Großreinemachen“. Kopfhengst will nachdenken über das Schwarzfahren und warum das nicht mehr so heißen darf und die Stämmigen Flunkermariechen es trotzdem immer wieder machen. Er will nachdenken über die Frage, ob es queere Wasserschildkröten gibt und ob griechische Landschildkröten schwul sind, weil die in der Antike ja immer Nacktathletik gemacht haben in Olympia, was sich dann später die Leute in der DDR abgeschaut haben, um ihre senilen Parteipisser ein bisschen zu ärgern, von wegen Brüder zur Sonne und so. Außerdem will sich Kopfhengst mit der Frage beschäftigen, wieso die Europäer und ihre US-amerikanischen Ableger sich für entwickelte Zivilisationen halten und warum bzw., noch besser, wozu. Wegen ihrer Jeep Cherokee, Dodge Dakota, Chevrolet Cheyenne? Wegen dieser Schuhe, die Sioux heißen? Toll, denkt Kopfhengst, erst massakrieren sie die, und dann benennen sie ihre bekackten Produkte nach ihnen, weil das so schön klingt, und das Marketing labert irgendwas von Verbeugung vor einer großen Kultur und so. Habt ihr leider alles vernichtet, ihr Marketingwichser, und jetzt macht ihr auch noch eure Massenmorde, eure Genozide zu Geld, schreit es in Kopfhengst. Und die Tuareg, die sollen auch bloß aufpassen, dass sie vom VW Touareg nicht überfahren werden. Denn zur Bezahlung fürs ethnische Copyright durch den Konzern hat Kopfhengst nichts gefunden im www. Also, fragt sich Kopfhengst noch einmal, also warum hält sich so eine Gesellschaft für so toll? Eine „Zivilisation“, die sich und andere seit Jahrhunderten immer raffinierter, technisch perfekter, perverser, wahnsinniger, krankhafter malträtiert: mit Bomben, Raketen, Fake News, Mord, Folter, Betrug, Giftmüll, Naturzerstörung, Ausrottungen von Tierarten, Ausrottungen von Pflanzenarten, Genozide jeder Art (bevorzugt an sog. weniger entwickelten Gesellschaften, Menschengruppen, Völkern), Meeresverseuchungen, Klimaderegulierung, Profit Profit Profit, Kindesmisshandlungen, Frauenmisshandlungen, Vergewaltigungen, Mobbing, Amok, Beleidigungen, Nötigungen, Autobahnraserei, Posings jeder Art, aufgespritzten Lippen und Ärschen, künstlichen Brüsten und Gesichtern, Rassismus, Hass Hass Hass, Privatsendern, Talentshows, Halbnacktshows, Ganznacktshows, künstlichen Muskeln, Stempelfleisch, Quälfleisch, Fleischersatz, Unfalltote, Krebstote, Drogentote, Blechfressen, Junkfood, Hysterie, Lügen Lügen Lügen, Energiekrisen, Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen, Klopapierkrisen und so weiter und so fort und noch lange kein Ende in Sicht. Warum zum Teufel, glaubt diese „Zivilisation“, besonders die in Blödland aber nicht nur da, warum also glaubt sie, besser zu sein als eine Gesellschaft, die seit tausend Jahren in friedlicher Harmonie mit der Natur irgendwo im Dschungel lebt. Oder in der Wüste. Oder im inzwischen nicht mehr so ewigen Eis. Okay, manchmal bringen die sich da auch gegenseitig um (besonders die in der Wüste) oder essen einander auf. Aber nicht so systematisch. Oder doch? Arrrrgh! Schmerz im Hirn! Sehr großer Schmerz. Schneidend. Glühend. Brennend. Philosophischer Overkill! Kopfhengst kollabiert. Stürzt in sich zusammen. Endlich, denkt er, endlich ist es vorbei. Schnitt. Licht aus über einem Haufen grauer Asche.

Doch dann wabert eine metaphysische Wolke durchs Dunkel. Und aus der flüstert, na wer wohl?, dies: „Ihr denkt, es ist vorbei? Es ist nicht vorbei. Das könnte euch so passen, ihr Spacken. Es geht weiter. Immer weiter. Bis durch die Wand. Bis über den Abgrund hinaus. Ins Nichts. Merkt euch: Ich komme wieder. Denn by the way: Schon mal was vom Phoenix gehört?“

Akte 19.

Und da ist er schon wieder: Kopfhengst. Pünktlich zum ESC, an dem Blödland, wie jedes Jahr, mit der Blödland-Hymne „Kein blöder Land in dieser Zeit…“ teilgenommen hat. Jedes Jahr in einer anderen ESC-Sprache, so denken die Deppen in der Jury, es sei ein neues Lied. Und die Schwachmaten in der Crowd merken sowieso nichts mehr und voten Jahr für Jahr für irgendeine arschwackelnde Shakira für Arme. Blödland landet regelmäßig auf Platz 0, da außer Konkurrenz. Pünktlich auch zum kleinen blödländischen Schützenfest, das jedes Jahr zu Pfingsten, oder wie man in Blödland sagt: zu Füngssen, stattfindet. Dahin, also zur dazu gehörenden Kirmes, ist Kopfhengst gerade unterwegs, das immerschöne blödländische Schützengedicht auf den Lippen:

Füngssen in Blödland

zeit für gesundes brauchtum
marsch marsch marschmusik

das land begrüßt seine schützen
befahnt bewimpelt besoffen vor glück
dass es wieder so weit und so schön
marsch marsch marschmusik

morgenappell mit kanonendonner
heil dem leutnant dem hauptmann
dem dings und dem bums
marsch marsch marschmusik

uniform spannt über bauch
befedert die hüte und kappen
alle sind wieder ausgerückt
marsch marsch marschmusik

jäger grenadiere und artillerie
sappeure berittene edelknaben
beim fackelzug feuer und flamme
marsch marsch marschmusik

und danach die feier im zelt
von der kirmes umtost
hoch die tassen die gläser
marsch marsch marschmusik

es fließt in strömen der schweiß
ächzend erleichtert man sich im gebüsch
für glaube sitte und heimat
marsch marsch marschmusik

füngssen in blödland
zeit für gesundes brauchtum
marsch marsch marschmusik

Und wie Kopfhengst so vor sich hin singt, klingelt es hinter ihm. Ei schau, da kommen auf dem Rade zwei weibliche Pubertiere daher, einprägsam geschminkt, erhitzt von der Vorfreude, streben sie Richtung Kirmes. Über dem üppigen Busen der einen spannt ein T-Shirt mit der Schrift Beverly Hills. Aha, denkt Kopfhengst, so nennt man die jetzt. Dann dichtet er spontan ein eigenes kleines Schützengedicht:

neulich fand ich einen graben
in dem sah ich schützen graben
– edle schützen, darf ich haben
teil am schützen und graben?
– dazu muss du dich erst laben
an einem schützen hier im graben!
– ach so, dann möchte ich am graben
und am schützen und am laben
lieber keinen anteil
haben

und die moral von der geschicht:
wenn schützen keinen graben haben
graben sie einen schützengraben

Als er die Kirmes erreicht, bleibt ihm der „Schützengraben“ fast im Halse stecken: ein extrem buntes, extrem lautes, extrem geruchsintensives, extrem grelles Durcheinander aus Menschen, Maschinen, Musik und Mampfware. Oder besser: ein Chaos. Kopfhengst schließt die Augen und taumelt zurück. Nur fort von hier, denkt, er nur fort. Doch wie er so rückwärts taumelt, fühlt er sich plötzlich aufgefangen von und eingebettet in etwas Warmes, Weiches. Kopfhengst reißt die Augen auf und blickt in die grinsenden Gesichter der Stämmigen Flunkermariechen. „Na, Kopfi, wie wär’s mit ’ner Runde Autoscooter?“ Kopfhengst blickt auf die feisten, viel zu jungen, viel zu starkgeschminkten Gesichter. Versucht zu zählen: eins, zwei,drei, vier… „Äh, wie viele seid ihr eigentlich?“, fragt er lieber. „Für uns zu wenige, für dich zu viele,“ antworten die Stämmigen Flunkermariechen im Chor und zerren Kopfhengst zum riesigen, fußballfeldgroßen Autoscooter. Dort schnallen sie ihn in einen Scooter fest, stellen auf Automatical Random und drücken einen roten Knopf.

Stunden später findet ein stark angetrunkener junger Mann vom Malteser (sic!) Hilfsdienst einen halb besinnungslosen Kopfhengst irgendwo im Gebüsch hinterm Schützenzelt, wüste Rachephantasien murmelnd, gespickt mit wiederkehrenden Vulgärbezeichnungen für Frauen und deren Geschlechtsorgane.

Einige Wochen später wird Kopfhengst dann aus der Nervenheilanstalt entlassen, verbunden mit der Ermahnung, Schützenfeste zu meiden. „Na,“ knurrt Kopfhengst, „ das mache ich erst, wenn ich mit diesen Zensur! Zensur! Zensur! fertig bin.“ Spricht’s, setzt sich an den Computer und loggt sich ein ins finsterste Darknet, das er finden konnte.