Chartawahnsinn.

Es gibt nicht nur die Charta der Vereinten Nationen. Auch weniger harmoniebedürftige Organisationen gönnen sich eine solche. Zum Beispiel der berüchtigte Verein für angewandte Massaker, kurz Hamas. Da steht, das jüngste Gericht (Kochen können die auch?) werde nicht kommen, „bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt und Stein und Baum dann sagen: ‚Muslim, o Diener Gottes! Da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.’“ Und dann, nehme ich an, wird erst mal lecker gegessen. Hamas hat gekocht, es gibt Steine und Bäume.

 

Migration oder vom „Alten Fritz“ lernen.

Bevor wir uns durch den maßlosen Gebrauch des Wortes „abschotten“ noch einen Shitstorm aus dem Norden der britischen Insel wegen kultureller Übergriffigkeit einhandeln, hier ein paar Gedanken für eine mögliche Lösung:

Es wollen und kommen sehr, sehr viele Menschen nach Europa. Diese Menschen kommen hauptsächlich aus drei Gründen: echte persönliche Bedrohung an Leib und Leben; wirtschaftliche Not und Perspektivlosigkeit; internetbefeuerte Vorstellung vom „Paradies Europa“.

Für alle drei Motive hat Deutschland nur einen Weg, oder besser gesagt Sackgasse: Asyl beantragen. Dabei wurde das wichtige Recht auf Asyl eigentlich nur für die erstgenannte Gruppe geschaffen. Diese sollte dieses Recht auch wahrnehmen dürfen. Missbrauch ist unsolidarisch und letztendlich Betrug und sollte durch entsprechende Maßnahmen geahndet werden.

Für die beiden anderen Gruppen braucht es m.M.n. andere Lösungen:

1.) Deutschland muss sich endlich als Einwanderungsland verstehen und konsequent danach handeln. Die Menschen wollen Arbeit? Wir haben genug davon. Wie wäre es mit Jobcentern in den Ländern, aus denen all die jungen Männer kommen, die Arbeit suchen und Geld verdienen wollen? Friedrich der Große hat so etwas Ähnliches mit Erfolg praktiziert.
2.) Aufklärung! Europa ist nicht das „Paradies“.
3.) Ganz wichtig: Woher kommt die wirtschaftliche Not in all diesen Ländern? Wie weit sind wir mit unserer Art zu leben und zu wirtschaften mit dafür verantwortlich? Eine Art zu leben, mit der wie uns übrigens immer mehr auch selbst schaden.

All dies darf kein linearer, chronologischer Prozess sein. All dies muss, leider, gleichzeitig geschehen. Und nicht im Alleingang, sondern gemeinsam, in Europa, und vor allem: mit den Ländern, aus denen diese Menschen kommen. Dass dies fast ausschließlich afrikanische Länder sind, ist augenscheinlich. Dass Europa hier endlich seiner postkolonialen Verantwortung gerecht werden muss, ist eine absolute Notwendigkeit.

Also einfach mal vom „Alten Fritz“ lernen. Ausnahmsweise, versteht sich.

 

KurtsWellige Muttertagsgedanken

Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Da ist eine neue Debatte am Start. Es geht um die Mutter. Und darum, ob sie noch so genannt werden darf. Oder ob sie ab jetzt Gebärende heißt. Oder Entbindende. Am Vatertag hab ich mich hingesetzt und folgendes notiert:

Gebärende und Entbindende sind beide Substantive, die sich von der jeweiligen Verlaufsform der Verben gebären und entbinden ableiten. Eine Verlaufsform heißt so, weil sie den Verlauf einer Aktion beschreibt.

Eine Entbindende ist somit eine Person, die gerade entbindet, ruhrgebietlich: die am entbinden ist. Der Duden sagt: entbinden heißt 1.) einer Frau bzw. Person Geburtshilfe leisten, d.h. eine weitere kompetente Person hilft, z.B. eine Hebamme. Entbinden heißt 2.) ein Kind (mit Geburtshilfe) zur Welt bringen, also auch hier ggf. mit Hilfe einer Hebamme. Ist das Kind auf der Welt, ist die Entbindung beendet, die Entbindende ist ab jetzt eine Entbundene. Aber wer hat da jetzt entbunden? Die schwangere Frau bzw. Person allein oder mit Hilfe einer Hebamme. Hat da jemand entbunden oder wurde da jemand von einem Kinde entbunden? Kurz und bündig: Wer war die Entbindende? Bisschen viel Binden, finden Sie? Finden viele Hebammen auch. (An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass ich mit Hebamme Hebammen jeden Geschlechtes meine.)

Kommen wir also zur zweiten Verlaufsform, der Gebärenden.  Eine Gebärende ist also gerade dabei, zu gebären, ruhrgebietlich: am gebären. Ist das Kind auf der Welt, ist die Gebärende keine solche mehr. Sondern eine Ex-Gebärende. Oder eine Geborenhabende. Nicht zu verwechseln mit dem Geborenen, dem das alles ziemlich neu ist.

Zurück zum Muttertag. Der hieße folglich entweder Entbundenentag oder Entbundenhabendentag (unter Ausschluss einer möglicherweise beteiligten Hebamme) oder Ex-Gebärenden-Tag oder  Geborenhabendentag. An den Varianten zu Vatertag arbeite ich noch. Hier bietet sich aber traditionell eine Alternative an: Christi Himmelfahrt. Aber das ist ein weites Feld.


Hijab schützt vor sexueller Belästigung? Aber wieso wird überhaupt belästigt?

Bei Linkedin gibt es einen Beitrag „Hijab Protects Adolescent Girls and Women from Sexual Harassment“ https://lnkd.in/eFi Darin wird argumentiert, dass der Hijab ein Mittel zum Schutz vor sexueller Belästigung ist. Wenn der Hijab tatsächlich ein Mittel zum Schutz vor sexueller Belästigung durch Männer ist, dann muss ja wohl folgerichtig die Gefahr einer solchen sexuellen Belästigung real bestehen. Also wage ich hiermit zu fragen: Haben die Männer, vor allem die in den Gesellschaften, in denen der Hijab Pflicht ist, immer noch nicht gelernt, dass man Frauen nicht belästigt? Also ganz prinzipiell nicht? Was sind das eigentlich für Männer? Was ist das für eine Gesellschaft, in der sich Frauen verhüllen müssen, damit sie nicht von Männern sexuell belästigt werden? Wieso müssen die Frauen etwas tun, damit die Männer etwas Schlimmes unterlassen? Warum ändern nicht einfach die Männer ihr Verhalten dahingehend, dass die Frauen keinen Hijab tragen müssen? Wer hat das mit dem Hijab-Tragen eigentlich ursächlich bestimmt und wer bestimmt es bis heute maßgeblich? Und, letzte und entscheidende Frage: Wem nutzt das alles am Ende?

 

Über die Ausgrenzung integrationswilliger Muslime durch die CDU.

Für die CDU gehören (laut Parteiprogramm) diejenigen Muslime zu Deutschland, „die unsere Werte teilen“. Empörung bei den muslimischen Verbänden! Sie sagen: Muslime, die sich integrieren und dazugehören wollen, fühlen sich durch eine solche Formulierung ausgegrenzt. Ich frage: Wieso sollten gerade diese Muslime sich ausgegrenzt fühlen? Die Formulierung der CDU sagt doch klipp und klar, dass gerade sie dazu gehören, weil sie sich integrieren und dazugehören wollen, was wiederum impliziert, dass sie unsere Werte teilen. Muslimische Verbände beklagen, dass es für Juden und Christen diese Einschränkung „die unsere Werte teilen“ nicht gibt. Kann es sein, dass das daran liegt, dass relativ selten Juden und Christen „Allahu akbar“ brüllend auf Menschen einstechen?
Oder liegt das Problem noch ganz woanders? Zum Beispiel hier: „Das ständige Beleidigtsein ist unsere Schweinegrippe, wir überlegen jeden Tag, wer und was uns wieder gekränkt hat.“ (Hamed Abdel-Samad, ägyptisch-deutscher Politikwissenschaftler und Publizist. Der Öffentlichkeit ist er vor allem als Autor islamkritischer Werke bekannt.)

Hilfe, wir altern!

Viele Gesellschaften weltweit altern. Das Regime in China schiebt deshalb schon Panik: Hilfe, uns gehen die Soldaten aus! Also das Verheizmaterial. Auch in Deutschland: großer Jammer. Ich frage mich: Ist dieses ganze Gewese und Getöse nicht wieder nur Ausdruck quantitativen Denkens? Wachstumsideologie? Wieso muss die Bevölkerungszahl zunehmen, damit es dem Land und seinen Menschen in Zukunft besser geht? Global gesprochen: dem gesamten Planeten? Sind nicht weniger Menschen mehr? Mehr Lebensqualität, mehr Natur, mehr gutes Klima? Und weniger menschengemachte Probleme? Ja, wir altern grad in Deutschland. Ich altere mit. Und in spätestens 30 Jahren bin ich tot. Vielleicht auch früher, kommt drauf an, was alles noch passiert. Und alle anderen Alten sind dann auch tot. Und Deutschland ist rundum verjüngt. Ja, aber die Arbeitskräfte, wir haben nicht genug davon! Da, wo die Arbeit eh blöde ist. Nun, dann setzt Maschinen ein! Alle reden doch von KI! Verteilt die Arbeit anders unter den Menschen. Nach volkswirtschaftlichen und nach menschlichen Gesichtspunkten, nicht nach Profitgier. Bezahlt die Menschen anständig für ihre Arbeit. Das erhöht automatisch auch deren Sozialbeiträge. Lasst Menschen, die Arbeit brauchen, ins Land. Und lasst nicht nur die arbeitenden Menschen für die Rente und die anderen notwendigen Abgaben blechen. Sondern auch die Maschinen. Abgabepflichtige Produktionsmittel hätte Marx das genannt.

 


KurtsWelle: Kleine Paschas, großes Geschrei.

Oh sauerländisch-sauertöpfiger Fritz, was hast du getan? Von „kleinen Paschas“ hast du gesprochen, die Deutschlands Schulklassen bevölkern. Unerhört! Rassistisch! Der woke Mob tobt. Aber schauen wir doch mal genauer hin:

Was ist ein Pascha? Also spricht der Duden:

a) Titel hoher orientalischer Offiziere und Beamter.
b) Mann, der Frauen als dem Mann untergeordnet ansieht und sich von ihnen gern bedienen, verwöhnen lässt.

Ich kenne den Begriff in der Version (b) seit langem aus der Frauenbewegung. Vielleicht habe ich mich früher selbst mal wie ein Pascha verhalten. Ob sich Friedrich Merz aktuell noch wie ein Pascha verhält, kann ich nicht beurteilen. Dazu müsste man Frauen aus seiner Umgebung befragen.

Nun zu den friderizianischen „kleinen Paschas“. Dazu eine wahre Geschichte: Unlängst fuhr ich mit dem Radel auf dem Heimweg an einem Mehrfamilienhaus vorbei. Ein kleines Mädchen, so zwischen acht und zehn Jahre alt, versuchte, eine sehr volle Mülltüte in einen sehr großen Müllcontainer zu hieven. Ich half ihr. Dabei fragte ich sie: „Warum musst denn du das machen? Hast du keinen großen Bruder?“ – „Doch“, antwortete sie, „hab ich, aber der sagt, für sowas sind Frauen zuständig.“ Und nun rate man mal, was das für eine Familie war.

Aus Erzählungen von Lehrerinnen weiß ich übrigens, dass diese immer wieder mit „kleinen Paschas“ und deren respektlosem, um nicht zu sagen: frauenfeindlichem Verhalten konfrontiert werden. Die Frauen so behandeln, wie man es ihnen vorlebt bzw. vorschreibt.

Learning: Es handelt sich nicht um ein ethnisches, sondern um ein sozial-kulturelles Phänomen bzw. Problem.

Fazit: Paschas gab und gibt es in allen Farben und Facetten. Auch in Klein. Und die Erde bleibt eine Kugel und wird keine Scheibe, nur weil ein Friedrich Merz sagt, sie sei rund.

 


KurtsWelle: Baby-Boomer-Bashing in der ZEIT/CAMPUS (online unter zeit.de)

Ein gewisser Ben Jagosia, 17 Jahre, 11. Klasse Gymnasium Schloss Salem, schreibt Ende Februar in der Rubrik „Streit“ einen Beitrag zum Thema „Soziales Pflichtjahr“. Tenor: Ich, Ben Jagosia, bin bereit, als junger Mensch einen solchen Dienst zu leisten, wenn Menschen nach Ablauf ihres Berufslebens, also die aktuellen und zukünftigen Rentner und Pensionäre, ebenfalls einen solchen Dienst leisten.
Mal ganz abgesehen davon, dass es philosophisch betrachtet interessant ist, die eigene gute Tat nur unter der conditio sine qua non durchzuführen, dass andere ebenfalls dieselbe gute Tat tun, ist der Text des Ben Jagosia ein Beitrag zur Spaltung der Generationen in unserem Land.
Ich, ein echter Baby-Boomer Jahrgang 1955, höre bzw. lese also die Signale aus dem Ponyhof Salem – Kosten interne Schüler im Schuljahr 2021/2022 zwischen 43.500 und 48.300 Euro (ohne Nebenkosten) pro Jahr.
Wohl gemerkt: Ben Jagosias Idee eines Sozialen Jahres für jung UND alt teile ich. (Die Frage, ob als Pflicht oder freiwillig, lasse ich hier mal beiseite.) Nur, Jagosias Idee ist nicht neu: Schon jetzt können Rentner einen sog. „Freiwilligen Dienst“ leisten. Und viele tun es.
Somit wäre ich bei Ben Jagosias heillosen Pauschalisierungen, mit denen er seine Forderung nach einem Sozialen Pflichtjahr für die „Alten“ verargumentiert – nämlich mit waschechtem Baby-Boomer-Bashing (wäre ich identitäts-woke, würde ich schreiben: Rassismus gegen alte Menschen):
„Die meisten von ihnen führen ein alles andere als schlechtes Leben. Renteneintritt im Schnitt mit 64 Jahren (…) ständig steigende Lebenserwartung (…) schier endlosem Urlaub (…)  „Rentner-Kreuzfahrten“ (…) aber das Leben ist nun mal keine ständige Kreuzfahrt, auch nicht das Leben nach der Arbeit.“ Wieso muss ich da an die BILD und ihren „Florida-Rolf“ denken?
Kleiner Exkurs: Die durchschnittliche Altersrente beträgt in den neuen Bundesländern 1.292 Euro für Männer und 1.082 Euro für Frauen. In den alten Bundesländern sind es 1.212 Euro bzw. 737 Euros.
Übrigens: Dass „250.000 Deutsche ihre Rente im Ausland“ genießen, kann z.B. auch daran liegen, dass man dort a) billiger lebt und b) viele ausländische Arbeitnehmer ihren Lebensabend wieder im Heimatland verbringen. Und was kann ich dafür, dass meine Lebenserwartung steigt? Soll ich mich zu Tode saufen – mit teurem Bordeaux, versteht sich?
Aber so läuft das halt, das aktuell sehr beliebte Baby-Boomer-Bashing. „Ihr habt’s verkackt“ – so die wohlfeile Botschaft. Wohlfeil vor allem für jene, die uns einst tausende von Windeln vollgeschissen haben. Ihr habt profitiert ohne Ende und dabei die ökologischen Kosten eures Handelns häufig missachtet. Hallo? Man kann nur missachten, was man kennt bzw. weiß. Was soll ich 1965 als 10-jähriger über die ökologischen Kosten meines Lebens wissen? Und übrigens: Wer hat eigentlich mit dafür gesorgt, dass die Ben Jagosias dieses Landes heute frank und frei sprechen und schreiben können? Dass Vergangenheit aufgearbeitet wurde und wird? Dass der Nachnazimuff gelüftet wurde, das Spießertum ein (vorläufiges?) Ende fand? Wer hat in den 60ern und 70ern für sexuelle Freiheit gekämpft, für Emanzipation? Und wer hat später in den 80ern die Grünen gewählt (Baby-Boomer, von denen viele „Die Grenzen des Wachstums“ gelesen hatten.)? Wer hat gegen Rüstungswahnsinn und AKWs demonstriert?
Aber eigentlich mache ich gerade den selben Fehler wie Ben Jagosia. Ich begründe meine Meinung mit Pauschalisierungen und Gegenanklagen. Anstatt zielorientiert zu sein und mit Ben & Co. gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten.


Probleme und ihre Lösung.


„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein) Wenn Denkweise = System, und System somit = Problemauslöser – muss ich dann das System ändern, um die von ihm ausgelösten Probleme zu lösen? Kann ich dabei Teile des Systems wiederverwenden oder muss ich alles verwerfen? Ich denke darüber mal nach in diesem Jahr 2023. Wer denkt mit?


Emojis.


Ich habe den Eindruck, die Menschen verlernen beim Umgang mit Sprache und Text, die Zwischentöne zu setzen bzw. zu erkennen bzw. zu deuten. Daher auch die vielen Emojis. Ich frage mich: Haben die Leute in ihren Posts so wenig Vertrauen in die Substanz ihrer Worte, dass sie so oft so viele Emojis setzen? Inzwischen sind manche Social-Media-Posts und Kurzmitteilungen ja nur noch Gefühlsausbrüche in Emojis. Genauer: in vorgefertigten –Pre-Design! – Gefühlen. Das Gefühl im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Emotionalisierung wird ersetzt durch Emojisierung. Dies führt im besten Fall in die Infantilisierung von Kommunikation, im schlimmsten Fall in die kommunikative Barbarei.